hamburger menu
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Ortenburg

Für Dich - Archiv

Freitag, 15.05.2020

Der Mond ist aufgegangen

Als unsere Mutter früher uns Kinder ins Bett brachte, sang sie immer: „Der Mond ist aufgegangen.“ Mit 32 Jahren war ich auf dem Kirchentag in Hamburg. Am ersten Abend wurde zum Tagesabschluss an vielen Plätzen in der Stadt dieses Lied gespielt und gesungen. In einer fremden großen Stadt unter lauter unbekannten Menschen auf dem Fischmarkt in Hamburg hatte ich plötzlich das Gefühl, ich bin daheim bei meiner Mama. Heute singen wir dieses Lied oft beim Abendgebet in der Kirche und ich spüre dabei ganz viel Geborgenheit:

(Johannes Hofer)

„Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen,
Am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget
Und aus den Wiesen steiget,
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille
Und in der Dämm'rung Hülle,
So traulich und so hold,
Gleich einer stillen Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer,
Verschlafen und vergessen sollt.

So legt euch denn ihr Brüder
In Gottes Namen nieder.
Kalt weht der Abendhauch.
Verschon' uns Gott mit Strafen
Und lass' uns ruhig schlafen
Und unsern kranken Nachbarn auch.“

(Matthias Claudius)

Mond
Ostervollmond über Ortenburg, Sabine Hofer

Donnerstag, 14.05.2020

Die Stille

Diese immer noch merkwürdig anmutende Corona-Zeit veranlasste mich dazu, mein Alltagstempo deutlich herunter zu fahren. Ich fühle mich immer wieder, als würde ich in der Luft hängen und nach Fixpunkten am Horizont suchen. Nach und nach habe ich eine Konstante gefunden: Die STILLE. Mal kurz mal länger, mal intensiv - je nach Möglichkeit - gibt sie mir einen inneren Haltepunkt.

Ich entdeckte dabei Gedanken Martin Luthers, die das ausdrücken, was ich in der STILLE erlebe:

Gleichwie die Sonne in einem stillen Wasser gut zu sehen ist und es kräftig erwärmt, kann sie in einem bewegten rauschenden Wasser nicht deutlich gesehen werden, auch erwärmt sie es nicht so sehr.

Willst du auch erleuchtet und warm werden durch das Evangelium? Willst du göttliche Gnade und Wunder sehen, dass dein Herz entbrannt, erleuchtet, andächtig und fröhlich werde? So gehe hin, wo du still sein und das Bild dir tief ins Herz fassen kannst. Da wirst du finden Wunder über Wunder.

(Gedanken Martin Luthers zu finden EG Seite 1233)

(Sabine Hofer)

Stiller See
Foto: Sabine Hofer

Mittwoch, 13.05.2020

Mit Gott in einem Boot

See mit Boot
Foto: Janina Hirsch

In der Bibel gibt es eine Geschichte, in der Jesus mit seinen Jüngern auf einen See hinausfährt. Mit einem Mal fängt es an zu stürmen. Der Wind pfeift. Hohe Wellen schlagen über Bord. Das Boot füllt sich mit Wasser. Jesus schläft. Die Jünger wecken ihn und fragen: „Kümmert es dich nicht, das wir untergehen?“ Jesus steht auf und bedroht den Sturm. Es wird ganz still.

Diese Geschichte erinnert mich daran: Gott sitzt mit uns im Boot. Wir machen unsere Lebensreise nicht ohne ihn. Er ist auch in den Stürmen unseres Lebens bei uns und hält seine Hand über uns. Er führt uns durch alles, was uns geschieht.

(Julia Röthig)

Dienstag, 12.05.2020

Lobe den Herrn, meine Seele!

Der Ginster blüht. Die Mohnblumen leuchten rot am Wegrand. Die Grillen zirpen. Die schönste Zeit zum Fahrradfahren. Erinnerungen kommen hoch an große Radtouren, an der Donau, am Inn, im Altmühltal. Die ersten zehn Kilometer gehören immer Gott. Am Morgen, wenn die Sonne noch nicht so hoch steht, die Luft noch frisch ist, bete ich Psalmen und singe ich Loblieder. Ein Lied ist immer dabei und lässt mein Herz jubeln:

"Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen.
Was er dir Gutes getan hat, Seele vergiss es nicht, Amen.
Lobe, lobe den Herrn, Lobe dern Herrn, meine Seele!
lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn meine Seele!"
(Norbert Kissel nach Psalm 103)

Welches Lied singt und summt in Ihnen?
Welche Erinnerungen verbinden Sie damit?
Welches Lied gibt Ihnen Mut, Zuversicht und gute Laune?
Schreiben Sie an: pfarramt.ortenburg@elkb.de

(Johannes Hofer)

Mohn
Foto: J. Hofer

Montag, 11.05.2020

Ein Gebet zum Durchatmen

O Gott, es gibt vieles, das ich nicht weiß.

Es gibt vieles, das ich nicht durchschaue.

Es gibt vieles, das ich nicht in der Hand habe.

Wenn ich mich ohnmächtig fühle, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht das Ganze bewältigen muss, sondern das tun kann, was mein Part ist.

Wenn ich verunsichert bin, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht alleine bin und dass unsere Weisheit gemeinsam reicher ist.

Wenn ich Angst habe, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht aus Gottes Nähe herausfalle, sondern dass Gottes Geist mir nahe ist.

Was ich weiß, ist: Mein Leben und meine Liebe und meine Würde reichen so viel weiter als das, was ich leisten oder tun kann.

Was ich sehen kann, ist: Nach jedem Winter kommt der Frühling und neues Leben wächst aus dem kalten Erdboden.

Was ich kann, ist tief durchatmen und dieser Welt Liebe einflößen, die sie so dringend braucht.

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Von Rev. Dr. Hannah Adams Ingram, University Chaplain

(Beitrag von Julia Röthig)

Blüten
Foto: Janina Hirsch

Sonntag Kantate, 10.05.2020

Gottesdienst aus der Marktkirche Ortenburg zu 2. Chronik 5,2-5.12-14:
Erfüllt mit Gott im Einklang leben

Ab Sonntag 10.05.2020 Mittag das Video vom Gottesdienst aus der Marktkirche unter:

Youtube Kanal Evang.-Luth. Kirchengemeinde Ortenburg

Liturg: Pfr. Johannes Hofer
Lektor: Werner Obermeyer
Orgel: Judith Kainz-Semmler
Aufnahme und Schnitt: Nathanael Hofer

Samstag, 09.05.2020

Kantate mit Waffelhalter

„Du meine Seele, singe, wohl auf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben wird.“

Mit diesem Wochenlied von Paul Gerhard loben wir morgen am Sonntag Kantate von ganzem Herzen und mit ganzer Seele Gott unsern Herrn.
Nach Wochen wieder gemeinsam Gottesdienst in der Kirche feiern am Sonntag Kantate.

Da heißt es: „Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.“ (Psalm 98,1)

Reduzierter Gemeindegesang ist eine der Hygieneauflagen für die Gottesdienste ab Sonntag. Sprechen ist eine gute Alternative zum Singen, heißt es in der Empfehlung.

„Das Singen wird mir am meisten abgehen“, sagte mir jemand. Doch auch wenn wir nicht laut singen dürfen, so dürfen wir doch von ganzen Herzen und von ganzer Seele singen! „Du meine Seele, singe, wohl auf und singe schön!“

Bei einer Andacht am Montag sangen wir zum ersten Mal mit Maske: „Nun danket alle Gott!“. Danach sagte jemand: „Hätte ich überhaupt singen dürfen? Ich musste einfach singen.“

Auch mit Maske kann unsere Seele singen, wohl auf und singe schön. Probieren Sie es am Sonntag aus! Es geht und tut gut.

Masken
Foto: J. Hofer

Mundschutzmasken auf fränkisch
(Ergänzung zum Beitrag vom 07.05.2020):

Goschn-Bämbers, Waffelhalter,
Babbndeggl, Söder-Waffel,
Sabberfetzn, Liebesdöder,
Dratschenstopp, Slebberndeggl,
Goschnsack, Schnauzenhalter,
Labertasche, Schlebbernlätzla,
Nosn-Deggala, Gschmarri-Filder.
(Auszug aus der Sammlung von Anette Röckl)

Freitag, 08.05.2020

Glockenläuten für den Frieden

Heute am 8. Mai vor 75 Jahren endete der 2. Weltkrieg.
Um 20 Uhr läuten aus diesem Anlass im Dekanat Passau und im Bistum Passau Kirchenglocken 10 Minuten lang für den Frieden. Diese ökumenische Aktion soll ein Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Krieges und des Dankes für 75 Jahre Leben in Freiheit und Frieden sein. Es lädt ein zum Gebet und zum Dank an Gott.

Glockenturm Marktkirche
Glockenturm Marktkirche, J. Hofer

Friedenswunsch:

Friede, Friede, Friede seit mit dir.
Nicht jenes Warten, wenn die Waffen schweigen,
Wenn sich noch Furcht mit Hass die Waage hält,
Wenn sich Verlierer vor den Siegern beugen:
Nicht der Friede dieser Welt.
Nicht jene Stille, die den Tod verkündet,
Da, wo es früher einmal Leben gab,
Wo man kein Wort und keine Tat mehr findet:
Nicht die Stille überm Grab.
Der tiefe Friede, den wir nicht verstehen,
Der wie in Strom in unser Leben fließt:
Der Wunden heilen kann, die wir nicht sehen,
Weil es Gottes Friede ist.
Der Friede Gottes will in dir beginnen;
Du brauchst nicht lange, bis du es entdeckst:
Was Gott in dich hineinlegt, bleibt nicht innen,
Friede, der nach außen wächst.
Friede, Friede, Friede sei mit dir.

(Manfred Siebald)

Donnerstag, 07.05.2020

Heute schon gelacht?

Gestern habe ich mit meiner Mutter telefoniert. Sie hat mir erzählt, wie es ihr mit dem "Maultuch" geht, wie sie die Mundschutzmaske nennt. Wir haben beide schallend gelacht und konnten gar nicht mehr aufhören. Das hat total gut getan. Ähnlich ging es mir die Tage beim Einkaufen oder bei einem dienstlichen Telefonat.

Lachen, weiß schon der Philosoph Immanuel Kant, hat der Himmel den Menschen als Gegengewicht zu den vielen Mühseligkeiten des Lebens gegeben. Wir Christen haben allen Grund zum Lachen und fröhlich sein:

"Freut euch im Herrn allezeit und abermals sage ich:
Freuet euch! Der Herr ist nahe!"
Schreibt Paulus in Philipper 4,4.

Ein junger fröhlicher Christ sitzt auf der Parkbank und liest gebannt in der Bibel. Plötzlich klatscht er sich auf seine Oberschenkel vor Freude und ruft laut: "Der Herr ist groß, der Herr ist groß, Halleluja!"

Da kommt ein aufgeklärter Theologe vorbei und fragt: "Was stimmt den Herrn so fröhlich?"

Der junge Mann antwortet: "Ich lese gerade, wie Gott das Volk Israel durch das Rote Meer geführt hat und das Wasser rechts und links zur Seite wich. Halleluja, der HERR ist groß!"

Der Gelehrte sagte zu ihm: "Das ist ganz einfach zu erklären. Die Stelle, wo das Volk Israel durch das Rote Meer zog, war nur so tief wie eine Pfütze."

Dann geht er weiter und der Junge vertieft sich wieder in die Bibel. Als der Mann zurückkommt, klatscht sich der Jugendliche wieder auf die Schenkel und ruft: "Der HERR tut Wunder, Halleluja!"

"Was für Wunder?", will der Theologe wissen.

"Das ganze Ägyptische Heer ist in einer kleinen Pfütze ertrunken und das Volk Israel war gerettet!"

Manche tun sich schwer mit dem Staunen, mit der Freude und dem Lachen.

Doch Lachen ist gesund für Leib und Seele.

Lassen Sie sich zum Lachen anstecken!

(Johannes Hofer)

MP3 Freut euch und lacht wie Tobias Findeisen mit unserem Pfarrer Johannes Hofer

Haben Sie etwas erlebt, worüber Sie lachen mussten oder was Sie fröhlich gemacht hat?
Mailen Sie es uns unter: pfarramt.ortenburg@elkb.de

Fotosession mit Hüten
Fotosession mit Hüten, H. Wieblishauser

Mittwoch, 06.05.2020

Zuversicht

In diesen Wochen der Unsicherheit beherrschen mich gemischte Gefühle.
Ich freue mich über jede Lockerung und warte schon darauf.
Aber doch habe ich auch Angst vor Ansteckung, Angst vor der Zukunft, Sorge um meine Kinder und Enkelkinder.
Finde ich den richtigen Weg? Ich weiß, ich darf zuversichtlich sein.

(Christa Hermann)

Ich sitze oder stehe,
ich liege oder gehe,
du hältst stets deine Hand über mir.
Du siehst all meine Wege,
du kennst all meine Rede,
denn ich kann nichts verbergen vor dir.
Von allen Seiten umgibst du mich, o Herr.

Bin ich in Schwierigkeiten,
so willst du mich begleiten,
dein Auge ruht doch immer auf mir.
Ich kann dir nicht entrinnen,
was ich auch mag beginnen,
an allen Tagen bist du bei mir.
Von allen Seiten umgibst du mich, o Herr.

Du kennst mein ganzes Leben,
das du mir hast gegeben
und weißt, dass ich dich sehr oft betrübt.
Hilf, dass ich deinen Willen,
kann jederzeit erfüllen,
dir folgen, weil du mich so geliebt.
Von allen Seiten umgibst du mich, o Herr.

(Karl-Heinz Willenberg nach Psalm 139)

Howth Cliff Path, Irland
Howth Cliff Path, Irland, J. Hofer

Dienstag, 05.05.2020

Morgengebet Dietrich Bonhoeffers

Für mich ist das Morgengebet Dietrich Bonhoeffers eines der eindrücklichsten, das ich je gebetet habe. In Einsamkeit, großer Angst und Verzweiflung vertraut er auf Gott und legt alles in seine Hand.

(Julia Röthig)

Gott, zu Dir rufe ich in der Frühe des Tages.
Hilf mir beten
und meine Gedanken sammeln zu Dir;
ich kann es nicht allein.

In mir ist es finster,
aber bei Dir ist das Licht;
ich bin einsam, aber Du verlässt mich nicht;
ich bin kleinmütig, aber bei Dir ist die Hilfe;
ich bin unruhig, aber bei Dir ist der Friede;
in mir ist Bitterkeit, aber bei Dir ist die Geduld;
ich verstehe Deine Wege nicht, aber
Du weißt den Weg für mich.

Vater im Himmel,
Lob und Dank
sei Dir für die Ruhe der Nacht;
Lob und Dank sei Dir für den neuen Tag.
Lob und Dank sei Dir für alle Deine Güte
und Treue in meinem vergangenen Leben.

Herr Jesus Christus,
Du warst arm
und elend, gefangen und verlassen wie ich.
Du kennst alle Not der Menschen,
Du bleibst bei mir,
wenn kein Mensch mir beisteht,
Du vergisst mich nicht und suchst mich,
Du willst, dass ich Dich erkenne
und mich zu Dir kehre.
Herr, ich höre Deinen Ruf und folge,
hilf mir!

Heiliger Geist,
gib mir den Glauben, der mich vor
Verzweiflung, Süchten und Laster rettet,
gib mir die Liebe zu Gott und den Menschen,
die allen Hass und Bitterkeit vertilgt,
gib mir die Hoffnung, die mich befreit von
Furcht und Verzagtheit.

Heiliger, barmherziger Gott,
vor Dir denke ich an all die Meinen,
an die Mitgefangenen und alle, die
in diesem Hause ihren schweren Dienst tun.
Herr, erbarme Dich!
Schenke mir die Freiheit wieder,
und lass mich derzeit so leben,
wie ich es vor Dir und vor den Menschen
verantworten kann.
Herr, was dieser Tag auch bringt, –
Dein Name sei gelobt!
Amen

Blüten
Foto: Julia Röthig

Montag, 04.05.2020

Trotzdem!

Vater, mir fehlen die Worte. Aber wie betet man ohne?
Vater, ich bete trotzdem!

Mir ist nicht danach. Ich bin nicht einverstanden mit dem, was ist.
Vater, ich bete trotzdem!

Ich klage dir mein Leid, obwohl du es längst gesehen hast.
Ich bitte um Veränderung, obwohl ich nicht daran glauben kann.
Ich flehe um ein Wunder, obwohl ich keine Hoffnung habe.
Vater, ich bete trotzdem!

Wo warst du, als ich dich gebraucht habe?
Wo bist du, wenn ich leide?
Wo bleibst du, wenn ich rufe?
Vater, ich bete trotzdem!

Ich lieg dir in den Ohren. Wem sonst soll ich das sagen?
Ich gebe es dir n die Hände. Wer sonst kann noch was tun?
Ich lege es dir ans Herz. Du leidest mit mir mit.
Vater, ich bete trotzdem!

Mir fällt es nicht leicht, manches Leid auszuhalten.
Mir fällt es nicht leicht, manche Konsequenz zu tragen.
Mir fällt es nicht leicht, manche Verantwortung zu übernehmen.
Vater, ich bete trotzdem!

Du hast auch gelitten, dir selbst nicht geholfen.
Du warst und bist der Leidtragende. Für mich.
Du liebst mich in alldem. Du leidest mit mir mit.
Vater, ich bete trotzdem!
Amen

(Thomas Seeger)

Detail auf der geschmiedeten Lampe vor der Marktkirche
Detail auf der geschmiedeten Lampe vor der Marktkirche, J. Hofer

Sonntag Jubilate, 03.05.2020

Gottesdienst aus der Marktkirche Ortenburg zu Johannes 15,1-8:
Gott loben in schweren Zeiten

Liturgin: Pfrin. Sabine Hofer
Musik: Anna Orttenburger: Gesang und Harfe
Brigitte Orttenburger: Gesang, Harfe, Gitarre und Hackbrett
Andreas Orttenburger: Kontrabass
Aufnahme und Schnitt: Nathanael Hofer

Samstag 02.05.2020

Österliche Freudenzeit

„Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich:
Freuet euch!“
Philipper 4,4

Gerade ist Österliche Freudenzeit! Die Freude darüber, dass Jesus auferstanden ist, versuche ich mir auch in der aktuellen Situation nicht nehmen zu lassen. Und es gibt auch in dieser Zeit viele weitere Dinge, über die ich mich freue:

Ich freue mich über das fröhliche Lachen meiner Mutter am Telefon.

Ich freue mich über das Schokoladeneis mit Schokosoße und knackiger Waffel am Sonntagnachmittag.

Ich freue mich über das herzliche Zuwinken und Grüßen des Nachbarn.

Ich bin fröhlich, denn Gott ist mir nahe. Er schenkt mir viele freudige Momente, die mich gerade auch in dieser Zeit stärken und mir Kraft geben. Dafür danke ich ihm!

(Julia Röthig)

Café in Kelheim
In einem Café in Kelheim, J. Hofer

Freitag, 01.05.2020

Grundlos vergnügt

(Judith Kainz-Semmler)

Für mich war und ist noch immer diese Auszeit ein Geschenk. Manchmal betrachte ich es sogar als persönliches Geschenk an mich, ich darf einfach im Garten sitzen und den Vögeln zuhören, ohne dass ein "Eigentlich solltest du" auf meiner Schulter sitzt.

Erst als ich nicht mehr arbeiten durfte und niemanden treffen durfte, merkte ich, wie tief meine Erschöpfung war.

Natürlich ist es nicht beruhigend an Ressourcen heran zu müssen, die als Altersvorsorge gedacht waren, da mein Mann nun kaum Einkommen hat, und auch ich eben Kurzarbeitergeld bekomme. Aber natürlich ist es ein Geschenk, überhaupt Ressourcen zu haben und in dieser Umgebung zu leben. Und für dieses Geschenk danke ich jeden Tag.

Und nun möchte ich mit Euch mein absolutes Lieblingsgedicht teilen, das für mich so gut zu dieser Zeit passt, in der ich versuche das Wesentliche im Herz zu behalten. Auch um dem Aufmerksamkeit zu schenken, was mir Kraft gibt:

Ich freu mich, dass am Himmel Wolken ziehen,
Und dass es regnet, hagelt, friert und schneit.
Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,
Wenn Heckenrosen und Holunder blühen.
- Dass Amseln flöten und dass Immen summen,
dass Mücken stechen und dass Brummer brummen.
Dass rote Luftballons ins Blaue steigen
Dass Spatzen schwatzen. Und dass Fische schweigen.

Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht
Und dass die Sonne täglich neu aufgeht.
Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz der Winter,
Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,
Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!
Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, dass ich bin.

In mir ist alles aufgeräumt und heiter:
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.
An solchem Tag erklettert man die Leiter,
Die von der Erde in den Himmel führt.
Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,
- Weil er sich selber liebt - den Nächsten lieben.
Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne
Und an das Wunder niemals ganz gewöhne.
Dass alles so erstaunlich bleibt, und neu!
Ich freue mich, dass ich...Dass ich mich freu.

Mascha Kaléko

Luftballons
Luftballons, I. Reimer

Donnerstag, 30.04.2020

Lied: Wer nur den lieben Gott lässt walten

Mut und Zuversicht schenkt mir in diesen Tagen besonders das Lied "Wer nur den lieben Gott lässt walten" von Georg Neumark. Es hat mich schon an vielen Tagen meines Lebens begleitet und mich in manch dunklen Stunden getröstet. Wenn ich das Lied singe, macht es mich zuversichtlich und hoffnungsvoll: Gott ist auch in diesen Tagen bei uns und begleitet uns mit seinem Segen: "denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht."

(Daniel Röthig)

1) Wer nur den lieben Gott lässt walten
und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

3) Man halte nur ein wenig stille
und sei doch in sich selbst vergnügt,
wie unser's Gottes Gnadenwille,
wie sein Allwissenheit es fügt;
Gott, der uns sich hat auserwählt,
der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt.

7) Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu;
denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Text und Melodie: Georg Neumark

Hell erleuchtete Ruinen auf Rhodos
Hell erleuchtete Ruinen auf Rhodos, Daniel Röthig

Mittwoch, 29.04.2020

Kreuz am Himmel

Beim Durchstöbern von alten Fotos bin ich über dieses Bild gestolpert: Am Himmel strahlt ein helles Kreuz über der dunklen Erde und den grauen Wolken.

Vor meinem inneren Auge sehe ich Jesus mit seinen ausgebreiteten Armen dort am Kreuz hängen. Es kommt mir so vor als wollte Jesus die Welt und mich umarmen und sagen: „Ich bin bei dir. Ich umgebe dich von allen Seiten mit meiner Liebe – egal was auch passieren wird“. Das macht mich zuversichtlich und gibt mir Mut!

(Julia Röthig)

Kreuz am Himmel
Kreuz am Himmel, Julia Röthig

Dienstag, 28.04.2020

Zuversicht

Am Sonntag hörte ich von einem Rundfunksprecher ein Wort, das ich im säkularen Bereich so noch nie gehört habe. Ein Wort, das wir aus der Bibel und aus Kirchenliedern kennen: "Wir brauchen Zuversicht."

Im Neukirchner Kalender war letzte Woche zu lesen:

"Hoffnung und Zuversicht brauchen wir. Das ist auch die Botschaft des ersten Petrusbriefes. Die ersten Leser leben in der "Zerstreuung", also in schwierigen Umständen, ... Die Hoffnung gründet sich auf Jesus, den Auferstandenen, der den Tod und alles Elend überwunden hat."

(Fin-N)

"Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe."
Psalm 91,2

Kloster Preveli
Kloster Preveli, W. Seitz

Montag, 27.04.2020

Manches ändert sich nie. Gott sei Dank

Ich habe etwas in den Zeitungen im April 1910 und 1920 gesucht. Es war vor und nach dem Ersten Weltkrieg und die Beiträge widerspiegelten die unterschiedliche Sorgen und Stimmung in der Politik und der Bevölkerung. Trotzdem waren in beiden schwärmerische Beiträge über die Natur ... genauso wie es heute auch in der Zeitung zu lesen ist.

(Klaudia Wittig)

Zeitungsausschnitt
Vilshofener Tagblatt im April vor 100 Jahren

Apfelblüte
Apfelblüte in Ortenburg 25. April 2020, J. Hofer

Sonntag Misericordias Domini, 26.04.2020

Gottesdienst aus der Marktkirche Ortenburg zu 1. Petrus 5,1-4:
In den Fußspuren des Hirten

Liturgin: Pfrin. Sabine Hofer
Orgel: Kirchenmusikdirektor Ralf Albert Franz
Aufnahme und Schnitt: Nathanael Hofer

Samstag, 25.04.2020

Schaffe in mir ein neues Herz!

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. (Psalm 51,12)

Wenn ich einsam bin,
schaffe in mir ein fröhliches Herz,
das Deine Gegenwart fühlt.

Wenn ich erschöpft bin,
schaffe in mir ein zuversichtliches Herz,
das mich an den Sin meines Lebens erinnert.

Wenn ich leide,
schaffe in mir ein geduldiges Herz,
das die Schwierigkeiten schweigend trägt.

Wenn ich versucht werde,
schaffe in mir ein festes Herz,
das gegen die Versuchung kämpft.

Wenn ich gefallen bin,
schaffe in mir ein glaubendes Herz,
das Deine Vergebung empfängt.

Wenn ich mit Wohlstand gesegnet bin,
schaffe in mir ein großzügiges Herz,
das Deine Gaben mit den Armen teilt.

Wenn ich mit Freunden zusammen bin,
schaffe in mir ein mitfühlendes Herz,
das ihnen das Evangelium weitersagt.
Amen.

(Johnson Gnanabaranam)

Jerusalem Ölberg
Jerusalem Ölberg, W. Seitz

Freitag, 24.04.2020

Danke!

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. (Psalm 118,1)

Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. (Psalm 103,2)

Die Bibel fordert uns ganz oft auf, Gott zu danken und zu loben.
Unser Danken freut Gott und tut uns selber gut:
„Danken schützt vor wanken,
loben zieht nach oben!“

Leider sind wir sehr vergesslich, gerade beim Danke sagen.
Mit einem kleinen Trick können wir uns selber überlisten:
Stecke am Morgen drei kleine Steinchen in deine linke Hosentasche.
Drei Münzen tun es auch.
Wenn du etwas Schönes erlebst, hörst oder siehst, sage Danke, Herr Jesus.
Dann nehme ein Steinchen aus der linken Tasche und stecke es in die rechte.
Kann sein, dass du es vergisst.
Doch irgendwann spürst du in deiner linken Tasche die Steinchen.
Dann überleg dir, was du Schönes erlebt hast.
Dafür wandert ein Steinchen von links nach rechts.
Wenn du abends dann die drei Steinchen aus deiner rechten Tasche herausholst,
fällt dir wieder ein, wofür du heute dankbar warst.
Nach wenigen Tagen reichen dir drei Steinchen nicht mehr,
weil dir so viel zum Danken einfällt.
Nimm diesen Dank mit in dein Abendgebet und mit in die Nacht:
Danke Herr für das freundliche Lachen der Sekretärin heute am Telefon.
Danke für den leckeren Kartoffelsalat beim Mittagessen.
Danke für den blühenden Apfelbaum.
Und danke auch für die Müllabfuhr.
Danke Herr!

(J. Hofer)

„Danke für meine Arbeitsstelle,
danke für jedes kleine Glück.
Danke für alles Frohe, Helle und für die Musik.
Danke für manche Traurigkeiten,
danke für jedes gute Wort.
Danke, dass deine Hand mich leiten will an jedem Ort.“

(M.G. Schneider)

Blühender Apfelbaum Blühender Apfelbaum, J. Hofer

Donnerstag, 23.04.2020

Maskenpflicht

Ab Montag gilt die Maskenpflicht,
doch Maske alleine reicht noch nicht:

Heute beim Einkaufen stehen drei Leute vor mir an der Kasse.

Der erste: Er hat keine Mundschutzmaske. Er sagt, „Grüß Gott“, zahlt seine Ware und geht.

Der zweite: Er unterhält sich inzwischen mit einem dritten mit weniger als einen Meter Abstand. Beide haben eine Mundschutzmaske am Kinn. Als der zweite zum Bezahlen dran ist, schiebt er mit seiner Handfläche die Maske über Mund und Nase. Iiiii. Er bezahlt und verlässt den Laden.

Der Dritte ist an der Reihe. Auch er schmiert mit der Handfläche schnell seine Maske über Mund und Nase. Nachdem die Kassiererin alles eingetippt hat, langt er sich ins Gesicht und zupft seine Maske wieder herunter und spricht die Kassiererin an. Nachdem er fertig gesprochen hat, schiebt er seinen Mundschutz wieder ins Gesicht.
Ach hätte er nur keinen Mundschutz gehabt. Er hätte dreimal weniger seine Tröpfchen im Gesicht verrieben.

Bis Montag ist ja noch bisschen Zeit, dass wir alle lernen, wie man diese Teile richtig handhabt, damit sie nicht das Gegenteil bewirken.

Bleiben Sie behütet.
Gott gibt auf uns acht.
Geben auch Sie aufeinander acht.

Johannes Hofer

So geben Mundschutzmasken keinen Infektionsschutz:

Kameramaske
Augenmaske

Foto Kameramaske: S. Reuther
Foto Augenmaske: S. Hofer

Mittwoch, 22.04.2020

Mit Humor und Zuspruch gegen das Virus

Ein Gemeindemitglied aus Aidenbach schreibt:

Ich mag diesen Segen, weil er Zuspruch und Humor für mich wunderbar verbindet:

Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen,
möge der Wind dir den Rücken stärken.
Möge die Sonne dein Gesicht erhellen und der
Regen um dich her die Felder tränken.
Und bis wir beide, du und ich, uns wieder sehen,
möge Gott dich schützend in seiner Hand halten.
Gott möge bei dir auf deinem Kissen ruhen.
Deine Wege mögen dich aufwärts führen,
freundliches Wetter begleite deinen Schritt.
Und mögest du längst im Himmel sein,
wenn der Teufel bemerkt,
dass du nicht mehr da bist.

(Irischer Segensspruch)

Klosteranlage Clonmacnoise
Klosteranlage Clonmacnoise an der Ostküste Irlands, W. Seitz

Dienstag, 21.04.2020

Texte, die Mut machen:

"Für mich ist das der Taufspruch unseres Sohnes, Psalm 91,11-12:

    Denn er hat seinen Engeln befohlen,
    dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
    dass sie dich auf den Händen tragen
    und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

Und damit in enger Verbindung der Text von Margret Fishback "Spuren im Sand". Dieser Text hat mir mein ganzes Leben lang über schwere Stunden geholfen. Ich hoffe, dass auch viele andere gerade in dieser ganz besonderen Osterzeit spüren, wie sehr sie getragen werden.

Wir sind auch sehr dankbar für die Bläser und ihre Musik. Wir stehen jeden Tag auf der Terrasse und singen leise mit."

Sandra

Elbstrand Otterndorf
Foto Elbstrand Otterndorf, J. Hofer

Montag, 20.04.2020

Gebet

Ein Gebet, das mich seit meiner Jugendzeit immer wieder begleitet und mich ermutigt, mich ganz in Gottes Hand fallen zu lassen (J. Hofer):

Ich lasse mich dir Herr und bitte dich,
mach ein Ende aller Unrast aller Unrast.
Meinen Willen lasse ich dir. Ich glaube nicht mehr,
dass ich selbst verantworten kann,
was ich tue und was durch mich geschieht.
Führe du mich und zeige mir deinen Willen.
Meine Gedanken lasse ich dir.
Ich glaube nicht mehr, dass ich so klug bin,
mich selbst zu verstehen,
Dieses ganze Leben oder die Menschen.
Lehre mich deine Gedanken denken.
Meine Pläne lasse ich dir. Ich glaube nicht mehr,
dass mein Leben seinen Sinn findet,
In dem, was ich erreiche von meinen Plänen.
Ich vertraue mich deinem Plan an, denn du kennst mich.
Meine Sorgen um andere Menschen lasse ich dir.
Ich glaube nicht mehr, dass ich mit meinen Sorgen irgendetwas bessere.
Das liegt allein bei dir, wozu soll ich mich sorgen?
Die Angst vor der Übermacht der anderen lasse ich dir.
Du warst wehrlos zwischen den Mächtigen.
Die Mächtigen sind unter gegangen, du lebst.
Meine Furcht vor meinem eigenen Versagen lasse ich dir.
Ich brauche kein erfolgreicher Mensch zu sein,
Wenn ich ein gesegneter Mensch sein soll nach deinem Willen.
Alle ungelösten Fragen, alle Mühe mit mir selbst,
alle verkrampften Hoffnungen lasse ich dir.
Ich gebe es auf, gegen verschlossene Türen zu rennen
Und warte auf dich. Du wirst sie öffnen. Ich gehöre dir.
Du hast mich in deiner guten Hand. Ich danke dir.

(J. Zink)

Elbmündung
Foto Elbmündung: J. Hofer

Sonntag Quasimodogeniti, 19.04.2020

Andacht aus der Marktkirche Ortenburg zu Jesaja 40,26-31

Liturg: Pfr. Johannes Hofer
Musik:
    Orgel: Kirchenmusikdirektor Ralf Albert Franz
    Querflöte: Heike Schlierf
    Vorspiel: Marcel Poot: Sicilienne
    Nachspiel: Théodore Dubois: Cantilène religieuse
Aufnahme und Schnitt: Nathanael Hofer

Samstag, 18.04.2020

Ein Gemeindeglied erzählte mir:

In meinem alten Schulbuch steht ein Text, der gibt mir viel Kraft:

Im Namen Gottes fang ich an,
Gott ist es, der mir helfen kann.
Wenn Gott mir hilft,
wird alles leicht,
wo Gott nicht hilft,
wird nichts erreicht,
drum ist das Beste,
was ich kann,
in Gottes Namen fang ich an.

(Maria Hauser)

Dreisessel, steinernes Meer
Foto Dreisessel Steinernes Meer, J. Hofer

Freitag, 17.04.2020

HERR über Alltag und Stress

Psalm 23

In einer Neufassung der Japanerin
Toki Miyaschina

Der HERR gibt mir
für meine Arbeit das Tempo an.
Ich brauche nicht zu hetzen.

ER gibt mir immer wieder
einen Augenblick der Stille,
eine Atempause,
in der ich zu mir komme.

ER stellt mir Bilder vor die Seele,
die mich sammeln
und mir Gelassenheit geben.

Oft lässt ER mir mühelos etwas gelingen,
und es überrascht mich selbst,
wie zuversichtlich ich sein kann.

Ich merke:
Wenn man sich diesem HERRN vertraut,
bleibt das Herz ruhig.

ER ist in jeder Stunde da,
und in allen Dingen,
und so verliert alles andere
sein bedrohliches Gesicht.

Oft – mitten im Gedränge,
gibt ER mir ein Erlebnis,
das mir Mut macht.

Das ist, als ob mir einer
eine Erfrischung reichte,
und dann ist der Friede da
und eine tiefe Geborgenheit.

Ich spüre,
wie meine Kraft dabei wächst,
wie ausgeglichen ich werde
und mir mein Tagewerk gelingt.

Darüber hinaus
ist es einfach schön, zu wissen,
dass ich meinem HERRN auf der Spur
und dass ich, jetzt und immer,
bei IHM zu Hause bin.

AMEN

Chiemsee
Foto Chiemsee: Ch. Seitz

Donnerstag, 16.04.2020

Arme in Not

Während wir auf Lockerung der Ausgangsbeschränkung hoffen und darauf, dass wir gesund und ohne große Einbußen aus der Corona-Pandemie herauskommen, explodiert in armen Ländern die Not: überforderte Gesundheitssysteme, unbezahlbare Lebensmittel und Hygieneartikel.

Am schlimmsten trifft es die Armen der Armen.

An sie wollen wir heute denken, für sie beten und wenn möglich ihnen auch mit unserer Spende helfen:

Liberia

Centrum Mission EineWelt schreibt:

Hilferufe aus Liberia, Papua-Neuguinea, El Salvador erreichen uns. Auch in Brasilien, Kenia sowie im Kongo wird Unterstützung benötigt ...

Durch die Krise hat sich vielerorts auch die soziale und wirtschaftliche Lage extrem verschärft und führt zu großer Not. Viele Menschen erwirtschaften kein Einkommen mehr. Unsere Partnerkirchen berichten uns, dass zahlreiche Familien sich keine Lebensmittel, Miete und Medikamente mehr leisten können. Zusätzlich sind durch die Krise die Preise gestiegen, sodass die Not besonders für arme Familien noch größer geworden ist.

Es muss schnell gehandelt werden. Deshalb hat Mission EineWelt einen Nothilfefonds aufgelegt. Jeder Euro Ihrer Spende für diesen Aufruf wird von der bayerischen Landeskirche verdoppelt!

Pfarrerin Dr. Gabriele Hoerschelmann und Pfarrer D. Min. Hanns Hoerschelmann

Spenden an:

Mission EineWelt
IBAN: DE56 5206 0410 0101 0111 11
BIC: GENODEF1EK1
Evangelische Bank eG

Stichwort: Corona-Hilfsfonds 1410160

Hier klicken: Spendenaufruf als PDF Dokument

Mittwoch, 15.04.2020

Auszug aus dem Osterbrief des Landesbischofs:

"Es gibt kein Ostern ohne Karfreitag. Die Osterfreude ist keine Freude, die das Leid, den Schmerz im Leben, einfach einmal für ein paar Tage vergessen lassen soll. Sondern die Osterfreude ist deswegen so tiefgehend, weil sie von Angst, Schmerz und Tod weiß - aber eben auch von ihrer Überwindung.
...
Das Osterlicht erinnert uns ganz sinnlich an die Liebe Gottes, die stärker ist als alle Kontaktbeschränkungen zwischen Menschen. Und sie findet Ausdruck in so vielen Zeichen der Liebe, die wir einander jetzt geben.
...
In Glaube, Liebe und Hoffnung rufen wir einander zu:

Christus ist auferstanden!"

Ihr

Dr. Heinrich Bedford-Strohm
Landesbischof

Hier klicken: Der Osterbrief als PDF in voller Länge

Blüten mit Hummel
Blütenfoto: W. Seitz

Dienstag, 14.04.2020

Nicht die große Dunkelheit
wird über uns hereinbrechen,
sondern das Licht des neuen Tages
wird kommen.

Nicht die große Hoffnungslosigkeit
Wird sich unter uns ausbreiten,
Sondern die Freude über den
Auferstandenen wird uns erfassen.

Nicht die große Angst
wird über uns ihre Flügel schlagen,
Sondern die große Geborgenheit
Des kommenden Herrn wird uns begleiten.

Hermann Traub

blühender Birnbaum

Ostermontag, 13.04.2020

Für Kinder:

Für Kinder

Für Erwachsene:

Für Erwachsene

Ostersonntag, 12.04.2020

Ostergottesdienst für alle Generationen:

Liturgin: Vikarin Julia Röthig
Ostergeschichte erzählt und gespielt: Familie Schuler-Novák
Musik: Bläser des Ortenburger Posaunenchors
Aufnahme und Schnitt: Nathanael Hofer

Für Kinder: Die Ostergeschichte: "Der Stein kommt ins Rollen" in Bildern und erzählt von Familie Schuler-Novák

Ostergeschichte in Bildern und erzählt von Familie Schuler-Novák:
Erzählerin: Tanja Schuler
Frauen am Grab: Reyna und Temba Novák
Engel: Lukás Novák
Aufnahme und Schnitt: Tanja Schuler und Lukás Novák
Text: Sabine Hofer und Tanja Schuler in Anlehnung an Mk 15,42ff. - 16, 7

Karsamstag, 11.04.2020

Kreuz
Grabkammer

Gebet

Jesus, du bist für uns diesen weiten, dunklen Weg gegangen.
Einsam warst du. Verspottet warst du. In den Tod gedrängt.
Fragen hast du in den Himmel geschrien. Das musste so sein.
Wenn es dunkel um uns herum ist, tröstest du uns.
Du kennst all' die Wege, die wir gehen.
Du bist sie vor uns gegangen,
um für uns das Licht anzumachen.
Amen.

(Christine Behler)

Karfreitag, 10.04.2020

Gottesdienst aus der Marktkirche zum Karfreitag zu 2. Korinther 5,19-21: Sich mit Gott versöhnen lassen

Lieder:

Liturg: Pfr. Johannes Hofer
Musik:
    Anna Orttenburger: Gesang und Harfe
    Brigitte Orttenburger: Gesang, Harfe und Hackbrett
    Andreas Orttenburger: Kontrabass
Aufnahme und Schnitt: Nathanael Hofer

Gründonnerstag, 09.04.2020

Meditation zum Gründonnerstag

1. Korinther 11,23-26 (Basisbibel)
Gebet: Mechthild Werner
Harfe: Anna Orttenburger
Sprecherin und Fotos: Sabine Hofer
Schnitt und Bearbeitung: Nathanael Hofer

Mittwoch, 08.04.2020

Psalm 62 – und was er mir bedeutet:

Der 62. Psalm begleitet mich schon eine ganze Weile - bekommt aber in Zeiten von Corona ganz neue Bedeutung:

Vers 2: "Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft."
Noch vor ein paar Wochen konnte ich mir nicht vorstellen, plötzlich so viel Zeit und Ruhe zu haben. Ich kann ohne Hetze in der Bibel lesen, mit Gott reden; auch an andere denken, anrufen, Mut machen, mit meinem Mann kleine Spaziergänge machen. Wir staunen jeden Tag über Gottes wunderbare Schöpfung und freuen uns an den Blumen, Bienen und dem Gezwitscher der Vögel. Uns führt die Stille zur Dankbarkeit.

Vers 3: "Denn  ER ist mein Hort (Fels), meine Hilfe, mein Schutz, dass mich kein Fall stürzen wird; wie groß er ist."
Das Thema "Schutz" ist plötzlich hochaktuell. Da mein Mann Risikopatient ist (Herzrhythmusstörungen) müssen wir sehr achtsam sein. Aber wir sind nicht in panischer Angst - weil wir uns in Gottes Hand geborgen fühlen.

Zum Schluss mein Lieblingsvers

Vers 9: "Hoffet auf IHN allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor IHM aus. Gott ist unsere Zuversicht."
Ich hab`s ausprobiert - es stimmt.

Hanna Wege

Schloss Ortenburg

Dienstag, 07.04.2020

Worte aus den Psalmen formulieren für mich zur Zeit sehr treffend, wie es mir geht, was mir Mut macht und was mir Kraft gibt.

Der Philosoph Immanuel Kant hat einmal gesagt:

"Ich habe in meinem Leben viele kluge und gute Bücher gelesen. Aber ich habe bei ihnen allen nicht gefunden, was mein Herz so still und froh gemacht hätte, wie die vier Worte aus dem 23. Psalm.

Du bist bei mir!" Psalm23

Montag, 06.04.2020

Gebet von J.H. Newman

Gebet von J.H. Newman

Sonntag, 05.04.2020

Andacht aus der Marktkirche zum Sonntag Palmarum zu Markus 14,3-9:

Tun, was jetzt gerade dran ist.

Lieder:

Liturg: Pfr. Johannes Hofer
Organist: Kirchenmusikdirektor Ralf Albert Franz
Aufnahme und Schnitt: Johannes Pickel und Nathanael Hofer

Samstag, 04.04.2020

Frühling!

Frühling

Ein Gemeindeglied schreibt:

Es ist schön zu sehen, wie der Frühling einfach weitermacht - auch ohne uns. Wie die Vögel zwitschern und jubilieren, wie die Welt grün wird und die Blumen anfangen zu blühn. Und jeden Tag wird mir bewusster, dass meine Sorgen nicht nötig sind und ich nicht das Wichtigste bin auf der Welt. Weil ich nichts ändern kann an dem, was Gottes Plan ist, sondern auf ihn vertrauen darf. Die Erde dreht sich weiter - auch ohne uns. Und deshalb kann ich heute genießen und dankbar sein. Und für die beten, denen es nicht so gut geht. Diese Freiheit tut mir so gut!

Freitag, 03.04.2020

Für Pflegepersonal, Ärzte und Ärztinnen beten

Sie sind für uns da. Sie gehen bis an ihre Grenzen, um uns zu helfen, Ärzte und Ärztinnen, Sanitätsdienst, Pflegepersonal in den Krankenhäusern und Altenheimen. Sie gefährden sich für andere. Immer mehr infizieren sich. Arztpraxen müssen geschlossen werden. Immer mehr medizinisches Personal fällt aus oder kommt an seine Grenzen. Sie brauchen unsere Unterstützung, unser Verständnis, unser Gebet.

Wer beten kann, der bete für die, die den infizierten Menschen helfen, dass sie bewahrt bleiben und die Kraft bekommen, die sie brauchen, dass Gott zu ihnen steht und die Zusage an ihnen wahr macht, die er seinen Kindern in Jesaja 41,10 gegeben hat:

"Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit."

Donnerstag, 02.04.2020

An arme Kinder und Flüchtende denken

Syrien

Ein Gemeindemitglied ermuntert uns, für die Flüchtenden in Syrien, Griechenland etc. zu beten und wer es kann, zu spenden:

"Habe Bilder von den armen kleinen Kindern gesehen. Hat mir die Kehle zugeschnürt. Was mag die Pandemie da anrichten! Ich spende zwar, aber das ist natürlich viel zu wenig ... Ich kann es schwer ertragen, dass diese armen Menschen so leiden müssen, während die Politiker diskutieren, wieviel Kinder man vielleicht aufnimmt ... das geht mir wirklich ins Herz."

Mittwoch, 01.04.2020

Steingebet für Dich und für andere

Steingebet

Dienstag, 31.03.2020

Risikogruppen

"Für Dich" während der Coronakrisenzeit heißt für uns Christen auch an die denken, die zur sogenannten Risikogruppe gehören. Sie brauchen unsere Nächstenliebe, unsere Unterstützung, unsere Gebete, unsere Besonnenheit und Vorsicht ganz besonders.

In einem kurzen Video erzählen vier Menschen mit sichtbaren und unsichtbaren Behinderungen, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf ihr Leben hat. Und was sie sich jetzt wünschen.

Video: Risikogruppen (Link zu externer Seite)
Risikogruppen

Montag, 30.03.2020

Brief an eine Oma

Ältere Menschen sind von Coronakrise besonders betroffen:
Sie gelten als Risikogruppe. Ihre Urenkel und Enkelkinder dürfen sie nicht besuchen und einige haben auch kein Handy, um süße Videos ihrer Urenkel zu empfangen.
Eine Studentin griff kurzerhand zum alt bewährten Briefpapier und schrieb ihrer Oma folgenden Brief:

Liebe Großmutter,

zur Zeit bin ich zu Hause bei meiner Familie und genieße es sehr. Wer mag es denn nicht gerne, von seinen Eltern bekocht zu werden ?! 🙂

Aber dafür backe ich im Gegenzug auch ab und zu mal etwas für die ganze Familie. Das macht mir natürlich viel Spaß und der Rest der Familie hat ebenfalls etwas davon und freut sich darüber. Süßes geht ja immer und tut auch der Seele gut! 🙂

Was der Seele gerade in dieser Zeit auch gut tut, sind vor allem Gebet oder Bibelverse. So spenden mir beispielsweise zur Zeit folgende zwei Verse Kraft und stärken mich:

„Vertraue von ganzem Herzen auf den Herrn und verlass dich nicht auf deinen Verstand!“ (Sprüche 3,5)

„Wirf deine Last ab, übergib sie dem Herrn; er selber wird sich um dich kümmern! Niemals lässt er die im Stich, die ihm die Treue halten.“ (Psalm 55,23)

Mögen diese zwei Verse auch dir Kraft geben und Süßes für deine Seele sein!

Deine Enkelin

Welche Bibelverse geben Dir zur Zeit Kraft und stärken Dich?
Wir freuen uns, wenn Du uns deinen Vers schreibst unter:
Pfarramt.ortenburg@elkb.de

Stift

Sonntag, 29.03.2020

Andacht aus der Marktkirche zum Sonntag Judika zu Hesekiel 13,12-14:

Draußen vor dem Tor
Lieder: Evangelisches Gesangbuch
76: O Mensch, bewein dein Sünde;
573: Segne uns, o Herr

Liturgin: Pfarrerin Sabine Hofer
Organist: Kirchenmusikdirektor Ralf Albert Franz
Aufnahme und Schnitt: Nathanael Hofer

Samstag, 28.03.2020

Meditation zu Psalm 34,7

„Der Engel Gottes lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.“

Engel
Engel aus der St.-Jacobi-Kirche Lüdingworth

Sie lagern um uns herum.
Sie breiten ihre Flügel aus oder ihre Arme – je nach dem.
Sie schützen nicht vor dem Virus.
Aber vor der Angst.
Das können sie:
Uns die Angst nehmen.
Und die Panik vor dem, was uns beunruhigt.
Engel wiegen uns nicht in falscher Sicherheit.
Aber sie können die verängstigte Seele wiegen.
In ihren Armen oder Flügeln – je nach dem.
Im Moment reicht ein Engel nicht.
Da brauchen wir schon ein paar mehr.
Die Fülle der himmlischen Heerscharen,
wie damals – als Jesus geboren wurde – da waren sie alle da.
Die Engel.
Und sie haben gesagt: Fürchtet euch nicht.
Denn sie fürchteten sich – also die Hirten.
Und wir fürchten uns auch.
Vor dem, was plötzlich kommen könnte.
Oder was schon da ist.
Wir fürchten uns vor der Ungewissheit und vor dem,
was uns den Boden unter den Füßen wegzureißen droht.
Damals haben die Engel eine große Freude verkündet,
die allem Volk widerfahren soll.
Nämlich, dass der Heiland geboren sei.
Das klingt wie von einem anderen Stern.
„Große Freude.“
Aber wieso sollte das nicht auch heute gelten?
Ist Gott etwa nicht da, nur weil das Virus da ist?

Fürchtet euch nicht.

Das will ich auch jetzt hören.
Daran halte ich mich fest.
Mitten in der Angst – Freude.
Mitten in der Angst – ein Lächeln.
Mitten in der Angst – helfende Menschen.
Mitten in der Angst – Solidarität unter uns.
Das gibt es ja alles.
Trotz Corona. Mancherorts auch gerade wegen Corona.
Mitten in der Angst, mitten in der Sorge – die Engel.
Sie schützen nicht vor dem Virus – so ist das halt.
Aber es sind die himmlischen Wesen, die uns Bodenhaftung geben können.
Ich will meine Augen öffnen und die Engel sehen.
Oder hören. Oder spüren.
In mir, hinter mir, neben mir.
Auch in den Menschen, denen ich begegne.
Jetzt halt etwas mehr auf Abstand oder per Telefon.
So geht es auch.
Gottes Engel lagern sich um uns her und helfen uns heraus.
Das glaube ich gewiss.

Doris Joachim; Evang. Kirche in Hessen und Nassau

Freitag, 27.03.2020

Beistand

Donnerstag, 26.03.2020

Gestern erreichte uns folgende Nachricht:

„Als heute früh mein Wecker klingelte, war mein erster Gedanke:
All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu … Erstaunlich oder?“

Das Lied geht weiter:
… sie hat kein End, den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag.
(EG 440,1)

blauer Himmel

Es könnte sein, dass in Italiens Häfen die Schiffe für die nächste Zeit brachliegen …

es kann aber auch sein, dass sich Delfine und andere Meereslebewesen endlich ihren natürlichen Lebensraum zurückholen dürfen. Delfine werden in Italiens Häfen gesichtet, die Fische schwimmen wieder in Venedigs Kanälen!

Es könnte sein, dass sich Mensch in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt fühlen …

es kann aber auch sein, dass sie endlich wieder miteinander singen, sich gegenseitig helfen und seit langem wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben. Menschen singen miteinander!!! Das berührt mich zutiefst!

Es könnte sein, dass die Einschränkung des Flugverkehrs für viele eine Freiheitsberaubung bedeutet und berufliche Einschränkung mit sich bringt …

es kann aber auch sein, dass die Erde aufatmet, der Himmel an Farbenkraft gewinnt und Kinder in China zum ersten Mal in ihrem Leben den blauen Himmel erblicken. Sieh der heute selbst den Himmel an, wie ruhig und blau er geworden ist!

Es könnte sein, dass die Schließung von Kindergärten und Schulen für viele Eltern eine immense Herausforderung bedeutet …

es kann aber auch sein, dass viele Kinder seit langem die Chance bekommen, endlich selbst kreativ zu werden, selbstbestimmter zu handeln und langsamer zu machen. Und auch Eltern ihre Kinder auf einer neuen Ebene kennenlernen dürfen.

Es könnte sein, dass unsere Wirtschaft einen ungeheuren Schaden erleidet …

es kann aber auch sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben und dass ständiges Wachstum eine absurde Idee der Konsumgesellschaft ist. Wir sind zu Marionetten der Wirtschaft geworden. Es wurde Zeit zu spüren, wie wenig wir eigentlich tatsächlich brauchen.

Es könnte sein, dass dich das auf irgendeine Art und Weise überfordert …

es kann aber auch sein, dass du spürst, dass in dieser Krise die Chance für einen längst überfälligen Wandel liegt,

Wir werden wach gerüttelt, weil wir die Dringlichkeit selbst nicht erkannten. Denn es geht um unsere Zukunft. Es geht um die Zukunft unserer Kinder!

(Tanja Draxler)

Mittwoch, 25.03.2020

Gebet der ökumenischen Gemeinschaft Iona Community / Schottland

Schottland
Es sei die Kraft Gottes
zwischen mir und aller Schwäche,
das Licht Gottes
zwischen mir und aller Finsternis,
das Leben Gottes
zwischen mir und allem Tod,
die Liebe Gottes
zwischen mir und allem Seufzen,
die Ruhe Gottes
zwischen mir und allem Chaos,
Gottes Gegenwart
ist bei uns allen heute und immer.
Amen

Dienstag, 24.03.2020

Kronen

Krone
Krone der Schöpfung
der Mensch
du, ich, wir

Wir sind die Königinnen
die Könige
Tiere und Pflanzen
alles was lebt
uns untertan

Wir sind die Herrscher
der Welt
haben die Macht
regieren
mit unserem Geld

Unser Erfindungsreichtum
unerschöpflich
unersetzlich
unglaublich

Wir glauben
an den Fortschritt
wollen wachsen
über alle Grenzen

und plötzlich

wackeln unsere Kronen
bringt uns ein Winzling
ins Wanken
und kennt
keine Grenzen
wächst in uns
unglaublich
unersättlich
beherrscht die Welt
regiert mit Macht
macht uns
hilflos

Wir legen
unsere Kronen ab
werden still
schließen die Türen
und fragen
was nun

Zurückgeworfen
auf uns selbst
blicken wir
in den Spiegel

Wer bin ich
ohne Krone
was bleibt
wenn das Leben
still steht
wenn ich
mit mir
alleine bin

oder

ist da doch jemand
so unsichtbar
wie Corona
doch spürbar
und alles beherrschend
und dienend
mit seiner
Liebe

ansteckend
und wahrhaft
königlich

Krone

ICH – BIN – DA

(Marie-Ja Rosa Heckman, März 2020)

Montag, 23.03.2020

im Gebet verbunden

Sie sind herzlich eingeladen, täglich zwischen 20 und 21 Uhr, eine Kerze sichtbar ins Fenster zu stellen und im persönlichen Gebet trotz Entfernung mit vielen anderen Christinnen und Christen verbunden zu sein.

Diese Anregung kommt ursprünglich von Pfarrer Ingmar Maybach.
Er schreibt zu seiner persönlichen Situation: "Ich bin aufgrund einer Lungenvorschädigung (Lungen-Sarkoidose) seit drei Tagen in absoluter häuslicher Isolation im Odenwald. Das gemeinsame Abendgebet stärkt mich in diesen Tagen sehr."
http://www.pfarrer-maybach.de

Inzwischen beteiligen sich schon über 1000 Gemeinden in ganz Deutschland an diesem Hoffnungsgebet.

Sonntag, 22.03.2020

Andacht aus der Marktkirche zum Sonntag Lätare zu Jes 66,10-14:
Hoffen auf Gott
Mitsingen und mitbeten ist nicht verboten, sondern ausdrücklich erwünscht. Liednummern aus dem Evanglischen Gesangbuch werden angegeben.

Neu: Jetzt auch auf Youtube
Youtube: Andacht aus der Marktkirche zum Sonntag Lätare

Liturgin: Vikarin Julia Röthig
Organist: Kirchenmusikdirektor Ralf Albert Franz
Aufnahme und Schnitt: Nathanael Hofer

Anregungen für Kirche mit Kindern #digital:

#digital

Samstag, 21.03.2020

Impressionen aus St. Laurentius Steinkirchen zum Sonntag Lätare

Johann Caspar Simon, Präludium et fuga ex g; Jesus meine Freude.
Organist: Kirchenmusikdirektor R.A. Franz.

Liebe Leserin, lieber Leser,

in den folgenden gottesdienstlosen Wochen möchte ich Sie auf diesem Weg immer ein wenig über das Hauptlied des jeweiligen Sonntags informieren und Sie gleichzeitig motivieren, das Lied zuhause zu lesen und auch zu singen.

Herzlichst Ihr Kantor
KMD Ralf Albert Franz

Das Hauptlied für den Sonntag Lätare, den vierten Sonntag der Passionszeit ist EG 396 Jesu, meine Freude, gedichtet von Johann Franck (1618–1677), einem Rechtsanwalt, Ratsherrn und Bürgermeister von Guben und später sogar Landesältesten der schlesischen Niederlausitz. Theologisch geprägt wurde Franck vor allem durch die Devotio moderna Johann Arndts, poetisch wurde er durch den Königsberger Dichterkreis um Simon Dach maßgeblich beeinflusst. Als Vorlage zu seinem Lied Jesu meine Freude diente Franck Dachs Gedicht Lesbia, mein Leben und das 1645 erschienene Liebesgedicht Flora, meine Freude von Christoph Kaldenbach. – Übrigens, weltliche (Liebes-)Lieder mit einem geistlichen Text zu versehen war damals eine beliebte Methode, und das berühmteste Beispiel dafür ist wohl Innsbruck, ich muss dich lassen, das zu O Welt, ich muss dich lassen (EG 521) wurde – Die Melodie zu Jesu, meine Freude stammt vom mit Franck befreundeten berühmten Berliner Kantor und Organisten Johann Crüger, der es mit seiner eigenen Melodie 1653 in der fünften Auflage seines Gesangbuchs Praxis pietatis melica veröffentlichte.

Zum Inhalt schreibt Karl Christian Thus in seinem Buch „Die Lieder des Evangelischen Gesangbuchs – Kommentar zu Entstehung, Text und Musik“: … das „Lied ist ein flammendes Bekenntnis zu Jesus als Freude und seiner Frohbotschaft des Evangeliums wie auch eine ebenso leidenschaftliche Selbstermunterung, gläubig allem zu trotzen, was diesem entgegensteht.“

Freitag, 20.03.2020

Einladung zum Mittagsgebet der Evang.-Luth. Kirche in Österreich:

Intro, mit der Möglichkeit zum Abonnieren

Youtube Video: Intro
Intro

Mittagsgebet vom 17.03.2020 aus Wien:

Youtube Video: Mittagsgebet
Mittagsgebet

Auszug aus dem Neukirchner Kalenderblatt vom 15.3.2020 (Bo-B)

Die Erfahrung, dass Gott immer wieder eingreift, hilft in den aktuellen Herausforderungen auf Gott zu vertrauen. Er hat damals der Bedrohung eine Grenze gesetzt, er wird es auch heute tun.
Deshalb können wir zuversichtlich sein: "Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht"
2. Korinther 4,8

Donnerstag, 19.03.2020

Nicht alles ist abgesagt

Herr, Du Gott des Lebens,

betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pflegenden Kraft in dieser extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken für alle Frauen und Männer, die gewissenhaft
die Versorgung und Infrastruktur unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.

Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.
Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen und Ressourcen
den aktuellen Anforderungen gerecht werden können.
Wir beten, dass die Zahlen der Infizierten und Erkrankten zurückgehen.
Und wir hoffen, dass in allen Bereichen bald wieder Normalität einkehren wird.

Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Ja, wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist Ursprung und Ziel von allem, Du allein bist ewig, immer liebend.

Dein Heiliger Geist bewahre unsere Herzen in der Dankbarkeit.
Getragen von einem tiefen Frieden werden wir die Krise bestehen.
Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht unsere Herzen bereit, offen und aufmerksam füreinander.

(Bischof Hermann Glettler, Bischof von Innsbruck)

Zurück zu den aktuellen Inhalten Für Dich